Donnerstag, 21.03.2019

Häufig gestellte Fragen

  • Entsteht denn kein Chaos, wenn vier Klassenstufen gleichzeitig von nur einer Lehrkraft unterrichtet werden sollen?


    Nein, da sich die Jahrgangsmischung auf die FA-Zeit beschränkt, in der die Kinder schon heute hoch individualisiert und differenziert arbeiten. Die Lehrkraft versteht sich hier als Lernbegleitung, der Unterricht ist in keiner Weise zentral auf die Lehrperson ausgerichtet.
  • Erreichen die Kinder die Lernziele und kann die Lehrkraft den Überblick über den Leistungsstand des Einzelnen behalten? / Ist das Erreichen der jeweiligen Jahrgangsziele gewährleistet?


    Die Kinder arbeiten schon heute in der FA sehr individuell und es gelingt sehr gut sich einen Überblick zu verschaffen und zu behalten. Das gelingt über Pensenbücher, gezielte Lernbeobachtung, die quartalsmäßig geführten Lernstandsdokumentationen etc. Transparenz den Eltern und Kinder gegenüber wird durch Gespräche gewährleistet werden. In der Praxis ist das ebenfalls schon heute der Fall.
  • Arbeiten die Kinder dann noch ihrem Leistungsstand gemäß oder orientieren sie sich zu stark nach oben oder unten? / Sind die Kleineren überfordert, die Größeren unterfordert?


    Auch in der Jahrgangsklasse herrscht ein hohes Maß an Verschiedenheit. Arbeiten die Kinder individuell, ist ein Arbeiten an der eigenen Leistungsgrenze für alle sehr viel wahrscheinlicher und besser möglich. Durch die Möglichkeit der Beobachtung und der individuellen Ansprache in der FA hat die Lehrkraft hier die Möglichkeit zu unterstützen oder regulierend einzugreifen. Das Arbeiten anderer Kinder mit weiterführenden Materialien erhöht die Leistungsmotivation der Kinder grundsätzlich, da Neugier und Interesse durch Beobachtung geweckt und gefördert werden. Zudem können andere Kinder als Ansprechpartner und Experten fungieren, wodurch sich ein höheres Maß an Vermittlungsmöglichkeiten bietet.
  • Ist die Ausstattung der Klassen auf einem Stand, dass ein solcher Unterricht gewährleistet ist?


    richtig ist: die Ausstattung der Klassen ist noch sehr unterschiedlich. Allerdings wurde uns schon vor über einem Jahr von Frau Stein (ehemalige Schulleiterin Montessorischule, Bonn-Dottendorf) bescheinigt, dass die Ausstattung in allen Klassen so gut ist, dass problemlos in allen Klassen jeden Tag drei Stunden in FA gearbeitet werden kann. Montessori betont sogar, dass Materialien in der Klasse nur einmal vorhanden sein sollen, damit der Aspekt des sozialen Lernens (warten, absprechen, gemeinsam arbeiten etc.) noch stärker in den Vordergrund treten kann. Der Förderverein der Schule hat zugesagt, weiterhin vordringlich die Ausstattung der Klassen finanziell zu unterstützen. Von Seiten des Kollegiums wurde eine Basismaterialliste erstellt, mit Hilfe derer die Ausstattung der Klassen überprüft wird und entsprechend Material ergänzt werden soll, so dass ein gemeinsames Niveau in absehbarer Zeit erreicht ist.
  • Haben die LehrerInnen genug Erfahrung damit? / Sind die LehrerInnen durch das Arbeiten in der Jahrgangsmischung überfordert?


    Die KollegInnen haben alle das Montessori-Diplom gemacht, in anderen Schulen hospitiert, Fortbildungen zum Thema gemacht und werden das weiter betreiben. Erfahrungen haben alle KollegInnen mit der dreistündigen Freiarbeit seit mehreren Jahren an unserer Schule gesammelt. Eine Projektwoche in diesem Schuljahr wird (schon geschehen) erstmals für eine Woche jahrgangsgemischte Lerngruppen hervorbringen, in denen projektorientiert gearbeitet wird. Wir sind gut vorbereitet!
  • Warum wurde in vielen Schulen die Jahrgangsmischung eingeführt und inzwischen wieder zurückgenommen? Warum hat das dort nicht funktioniert?


    Das ist richtig. Jedoch handelt es sich hier in keinem Falle um Schulen, die nach der Pädagogik Montessoris arbeiten. Es sind in den betroffenen Schulen weder die notwendigen Materialien zum differenzierten und individualisierten Arbeiten vorhanden, noch die Zusatzqualifikationen der Lehrkräfte (Montessori-Diplom). Oft fehlte auch der Wille der KollegInnen zur Umsetzung (gesetzliche Vorgaben). Es entwickelte sich ein Art „Abteilungsunterricht“, bei dem in einer Klasse gleichzeitig mehr oder weniger lehrerzentriert unterricht wurde, viele Arbeitsblätter bearbeitet wurden, aber tatsächlich nicht besser sondern eher schlechter gelernt werden konnte. Kinder, LehrerInnen und Eltern waren zu Recht unzufrieden und haben mangels besserer Alternative eine Kehrwende gemacht. Das wird für uns nicht zutreffen, da hier andere Voraussetzungen (Montessori-Ansatz, Montessorimaterialien, Fortbildungen, erfolgreiche Freiarbeit) vorliegen.
  • Haben die Kinder (insbesondere die Kleineren) ein Gefühl der klaren Zugehörigkeit trotz häufiger Lehrer- und Raumwechsel (Fachunterricht)?

    Hier werden wir durch räumliche Nähe der Klassen und Patensysteme zwischen den Kindern Zugehörigkeitsgefühle zu schaffen. Es wird auch helfen, dass nahezu alle Kinder in der OGS sind und sowohl in der Lernzeit als auch in den OGS Stammgruppen in der jahrgangsgemischten Gruppe zusammen sein werden. Es entsteht ein familiäres Zugehörigkeitsgefühl wie auch in einer altersgemischten Familien- oder Kindergartengruppe.
  • Lässt die Raumsituation eine gute Arbeit in Jahrgangsmischung zu?


    Die Raumsituation an unserer Schule ist vergleichsweise sehr gut. Fast alle Klassen haben einen zusätzlichen kleinen Nebenraum. Die Flure im Altbau sind als Arbeitsraum nutzbar und werden schon heute selbstverständlich in der FA von den Kindern genutzt. Allerdings sind die Verhältnisse im Neubau deutlich schlechter als im Altbau. Über ein optimiertes Raumnutzungskonzept wird intensiv auch im Rahmen der Vorbereitungsüberlegungen im Kollegium nachgedacht. Insgesamt steht die Raumfrage jedoch grundsätzlich einer Arbeit in Jahrgangsmischung nicht entgegen.
  • Ist die Personalsituation ist für die Arbeit in jahrgangsgemischten Gruppen ausreichend?


    Natürlich ist eine bessere Personalsituation (d.h. mehr pädagogisches Personal pro Klasse) wünschenswert. Allerdings sind wir schon zum augenblicklichen Zeitpunkt gut genug besetzt, um eine gute Freiarbeit zu leisten. Schon heute sind wir durch LehramtsanwärterInnen, PraktikantInnen oder Doppelbestzungen von KollegInnen und Sonderpädgogen in der Freiarbeit in vielen Klassen etliche Stunden zu zweit in der Klasse.
Die Jahrgangsmischung wird letztlich dazu führen, dass die KollegInnen insgesamt entlastet sind und sich um einzelne Kinder besser kümmern können, da durch die Altersmischung mehr „Experten“ (ältere oder leistungsstärkere Kinder) in der Lerngruppe sind, die jüngere, unerfahrenere oder leistungsschwächere Kinder unterstützen können und bestehende Regelwerke von der Lehrkraft nicht immer wieder neu eingeführt werden müssen.
  • Sind die Größeren (Dritt- und Viertklässler) dann nicht nur „Gebende“, die selber nicht von der Jahrgangsmischung profitieren?

    Größere sind nicht immer diejenigen, die etwas besser können, nur weil sie älter sind! In vielen Fällen haben jüngere Kinder genauso gute Ideen, wissen viel oder sogar manchmal mehr als ältere! Auch Ältere haben durchaus die Möglichkeit, vom Wissen der anderen zu profitieren! Hinzu kommt ihre größere Lernerfahrung, sich selbständiger Inhalte zu erarbeiten, Gelerntes zu wiederholen. Das Vermitteln von Lerninhalten oder dem Umgang mit Materialien verlangt zudem eine Neustrukturierung und Vertiefung des bisher Gelernten. Oftmals kommt es so auch zur Lernkontrolle, was dann bei Bedarf auch zu einem erneuten Lernvorgang führen kann. Als „Bonus“ gibt es zusätzliche Stunden, in denen im Kurs nur unter „Großen“ gelernt wird.

  • Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Eltern zur Mitwirkung in Schulentwicklungsprozessen?


    Jede Klasse wählt einen Klassenpflegschaftsvorsitzenden und seinen/ihren VertreterIn. Diese kommen in der Schulpflegschaft zusammen und vertreten dort die Belange ihrer Klasse. Hier können Anträge an die Schulleitung und die Schulkonferenz gestellt werden. Aus den Mitgliedern der Schulpflegschaft werden 6 VertreterInnen für die Schulkonferenz gewählt. Dieses Gremium ist das Entscheidungsgremium für bedeutsame Schulentwicklungsmaßnahmen. In der Schulkonferenz sind auch 6 VertreterInnen des Lehrerkollegiums. Den Vorsitz führt die Schulleitung, die ein Stimmrecht nur in Pattsituationen hat.

  • Was muss ich tun, wenn mein Kind die Schule wechseln soll?

    
Ein Schulwechsel an eine andere Grundschule ist normalerweise nur zum Schuljahreswechsel möglich. Unter besonderen Umständen, die im Einzelfall geprüft werden müssen, ist ein Schulwechsel auch im laufenden Schuljahr möglich, soweit Einvernehmen zwischen Eltern, abgebender und aufnehmender Schule herrscht. Die Eltern haben grundsätzlich ein Recht auf die Schule ihrer Wahl – auch beim Schulwechsel. Die Schulen können nach jeweiliger Kapazität SchülerInnen aufnehmen. In der Regel erfolgt keine Zuweisung durch das Schulamt, es sei denn die Wahrung der Schulpflicht ist gefährdet.